Ich melde mich mal wieder zurück. Irgendwie bin ich noch nicht ganz zufrieden mit dem, was ich hier schreibe. Es kommt mir viel zu oberflächlich vor und ich denke auch, dass ich hier leider nicht alle Eindrücke festhalten kann, die in den letzten Tagen auf mich zugekommen sind. Es ist auch alles hier viel zu friedlich und unkritisch und so bin ich ja eigentlich nicht, wie ihr alle bestimmt noch ganz genau wisst :)
Heute sind die anderen Freiwilligen, die nicht in Amsterdam arbeiten werden, abgereist. Das ist ein komisches Gefühl. Einerseits hat es mich wirklich bis aufs Äußerste gestresst, ständig mit einer großen Gruppe unterwegs zu sein. Andererseits, werde ich einige wirklich vermissen. Ich bin eigentlich schon ein Mensch, der die Nähe von anderen sucht. Ich bin aber ganz sicher kein Gruppentyp. Auf die Dauer stresst mich das viel zu sehr und, da ich die letzten zwei Wochen ständig viele Menschen um mich herum hatte, ist es auch ganz schön erleichternd mal alleine zu sein.
Naja zu dem, was ich die letzten Tage gemacht habe: Wir haben am Samstag einen Ausflug nach Bloemendaal gemacht. Auf dem Weg dorthin haben wir zudem einen Friedhof von niederländischen Widerstandskämpfern, die während dem WK II im Untergrund gegen die Nazis gekämpft haben und aufgrund ihrer Arbeit in den Dünen erschossen wurden, besucht. War ganz interessant zu sehen. Vor allem fande ich die Grabschriften durchaus.. lesenswert. Diese beinhalten teilweise Sätze, wie: "Tod für das Vaterland" und an der Ecke weht eine große Fahne der Niederlande. Nicht so mein Geschmack, aber gut.
Danach kam dann ein netter und abrupter Bruch und wir sind alle mit dem Fahrrad an den Strand gefahren. Ich muss sagen, dass mir diese eine Stunde am Strand verdammt gut getan hat! Denn in einer Großstadt zu leben, kann für ein Mädchen vom Lande ganz schön anstrengend (und auch wunderschön) sein. Falls ihr mal zufällig in der Ecke seid, solltet ihr das definitiv in Erwägung ziehen! Man kann mit dem Zug bis nach Haarlem (nein, nicht New York :D) fahren und sich dort ein Fahrrad mieten.
Ja. Und am Donnerstag fange ich dann letztendlich wirklich an zu arbeiten. Das ist wirklich ein komisches Gefühl zurzeit. Ich fühl mich noch nicht so, als wäre ich angekommen. Die letzten Tage haben mich wirklich geschlaucht (weil ich durchaus auch einiges unnötiges Zeug mitmachen musste) und ich kann irgendwie noch gar nicht realisieren, dass ich ein Jahr lang in Amsterdam leben werde. Ich hoffe dieses Gefühl legt sich und ich kann wieder jede Sekunde genießen, so wie ich das eigentlich immer tue, wenn mir etwas gefällt :)
Mit diesen Worten verabschiede ich mich jetzt. Ich hoffe, ich konnte euch einen Einblick geben. Es ist so viel zu sagen und irgendwie vergesse ich immer die Hälfte.




0 Kommentare:
Kommentar veröffentlichen